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Die SP im Nordschleswiger


Kopenhagen/Hadersleben/Haderslev - 09. Februar 2010 - von /ritzau/ Cornelius von Tiedemann
Debatte um Behördenjobs
Die Einen klagen über Bürokratiezuwachs, während andere mahnen, genauer hinzusehen

Seit der Kommunalreform ist die Anzahl der Verwaltungsangestellten – auch in den nordschleswiger Kommunen – gestiegen. Vor allem aber sind in den »bürgernahen« Bereichen Jobs entstanden.
Foto: Karin Riggelsen
Wenige Wochen nachdem die Regierungsparteien mit der Forderung an die Öffentlichkeit getreten sind, dass die Kommunen künftig 35 Prozent der Aufträge ausschreiben lassen sollten, sorgt der kommunalpolitische Sprecher von Venstre, Erling Bonnesen, erneut für Rauschen im Blätterwald: Gestützt auf eine Untersuchung der rechtsliberalen »Denkfabrik« Cepos sagte er, die seit der Kommunalreform zahlreich neu angestellten Mitarbeiter werden mit u. a. ihren IT-Qualifikationen künftig viele Jobs überflüssig machen.
Die Untersuchung betont, dass das Ziel der Kommunalreform, die Verwaltungen zu verschlanken, nicht erreicht worden sei und stattdessen zu viel Verwaltungspersonal von den Behörden angestellt wurde. Rasmus Prehn, kommunalpolitischer Sprecher der Sozialdemokraten, hebt hervor, dass die Zahlen in der Untersuchung auch zeigen, dass noch viel mehr als reine Verwaltungsangestellte sogenannte »bürgernahe« Jobs entstanden seien. »Die größeren Einheiten führten natürlich dazu, dass in den Bürgermeisterbüros aufgerüstet werden musste. Und die Tendenz, dass Bürokratie noch mehr Bürokratie erzeugt, besteht. Es ist Wunschdenken, zu glauben, dass die Zahl der Verwaltungsangestellten wieder fallen wird«, so Prehn.
Uwe Jessen, der für die Schleswigsche Partei (SP) im Haderslebener Stadtrat sitzt, riet zur Vorsicht im Umgang mit derlei Untersuchungen. So sei es etwa in Hadersleben so, dass die rund 180 Angestellten des »Museum Sønderjylland« aus praktischen Gründen als kommunale Verwaltungsangestellte mitgezählt werden, obwohl sie in ganz anderen Bereichen tätig sind. Erik Fabrin (Venstre), Chef des Landesverbandes der Kommunen, ist mit Jessen einer Meinung, wenn es um die Glaubwürdigkeit der Cepos-Zahlen geht: Die Untersuchung sei teilweise irreführend, sagte er.
Für Uwe Jessen ist es wichtig, dass die Kommunen immer im Auge haben, nicht zu viele Mittel für die Verwaltung auszugeben. In dem Zusammenhang kommunale Aufgaben auszuschreiben, dagegen habe er prinzipiell nichts, im Gegenteil, in vielen Fällen sei das begrüßenswert. Der Spaß aber hört für Jessen auf, wenn Politiker die Ausschreibungen dazu nutzen wollen »das Serviceniveau herunterzuschrauben«. Und auch die Vorstellung, dass die neuen Angestellten die alten verdrängen, hält er nicht nur für wünschenswert: »Die Älteren haben massenweise Kompetenzen«, so Jessen zum Nordschleswiger, die dürfe man nicht einfach über Bord werfen.