Geschichte der Schleswigschen Partei

Die Schleswigsche Partei ist seit 1920 die politische Vertretung der deutschen Minderheit in Dänemark. Sie sichert mit ihrer Tätigkeit die kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Interessen der deutschen Nordschleswiger gegenüber den Kommunen, den Regionen und dem Folketing und vertritt die regionalen Interessen des Landesteils.

Die Anfänge 1920-1945

Im Rahmen des Versailler Friedensvertrages wurde für Schleswig eine Volksabstimmung gefordert. Die en-bloc-Abstimmung in der 1. Zone (Nordschleswig), die am 10. Februar 1920 durchgeführt wurde, ergab ca. 25.000 Stimmen für Deutschland und 75.000 Stimmen für Dänemark. Daraufhin wurde Nordschleswig im Juli 1920 an Dänemark abgetreten. Dieses Jahr wird allgemein als Geburtsjahr der deutschen Minderheit in Dänemark bezeichnet. Es entstand eine deutsche Volksgruppe, deren Stärke auf etwa 15.000 Wähler, insgesamt ca. 30.000 Mitglieder, geschätzt wurde.

Bereits im August 1920 wurde der "Schleswigsche Wählerverein" gegründet. Vorsitzender wurde Pastor Johannes C. Schmidt - Wodder. Am 18. August 1920 wird das Grundsatzprogramm in den deutschen Zeitungen in Nordschleswig veröffentlicht. Darin wird aufgrund der unterschiedlichen Abstimmungsverfahren (1. Zone en-bloc / 2. Zone gemeindeweise) eine Grenzrevision gefordert. Der Schleswigsche Wählerverein tritt auch für das Recht der Deutschen in Nordschleswig ein, sich "in Kirchen-, Schul- und allen völkischen Angelegenheiten selbst zu verwalten".

Insbesondere die Forderung nach einer Grenzrevision war in den 20er und 30er Jahren ein wesentlicher Grund für politische Konflikte zwischen Deutschen und Dänen. Hinzu kam der "nationale Bodenkampf" in Nordschleswig, d.h. der Kampf um die Verteilung und den Kauf landwirtschaftlichen Bodens an Deutsche oder Dänen. Kulturpolitisch werden der deutschen Minderheit entsprechend den auch sonst in Dänemark geltenden Gesetzen für Privatschulen und freikirchliche Arbeit relativ gute Bedingungen gewährt.

Bei der ersten Folketingswahl nach der Volksabstimmung, am 21. September 1920, nahm der Wählerverein unter dem Namen Schleswigsche Partei (Slesvigsk Parti) an der Wahl teil und erzielte ein Mandat. Gewählt wurde als Vertreter der deutschen Minderheit Pastor Schmidt - Wodder.
Das Programm des Wählervereins enthielt kaum Aussagen zur Wirtschafts- und Sozialpolitik, möglicherweise um diese Diskussionen in den eigenen Reihen nicht aufkommen zu lassen. Hervorgehoben wurde dagegen die nationale Zielsetzung. Mit der Anerkennung der neuen Grenze durch das "Stauning - Wels Abkommen" (1923) beugten die Sozialdemokraten aber nationalen Konflikten in ihren Reihen vor.

In den Jahren 1933-1945 wurde die deutsche Minderheit durch die NSDAP gleichgeschaltet. Mehr als 2.000 junge Nordschleswiger nahmen nach 1943 als Kriegsfreiwillige am 2. Weltkrieg teil.