Die Schleswigsche Partei 1960-1990

In den 60er und 70er Jahren wurde programmatisch auf einen Abbau der Grenzen und eine Integration Dänemarks in die Europäische Gemeinschaft hingearbeitet. Die Schleswigsche Partei setzte sich insbesondere für eine Verbesserung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ein. Wirtschaftspolitisch blieb die Schleswigsche Partei eine bürgerlich-mittelständisch orientierte Partei, die sich besonders für die Landwirtschaft in Nordschleswig einsetzte.

Bei der Folketingswahl am 22. September 1964 erreichte die Schleswigsche Partei nicht die durch die Sperrklausel im dänischen Wahlgesetz vorgesehene Stimmenzahl für ein Mandat. Es wurde dafür ein beratender Ausschuß unter dem Staatsministerium gebildet, der "Kontaktausschuss der deutschen Minderheit". Aus Protest gegen die Sperrklausel nahm die Schleswigsche Partei 1966 nicht an der Folketingswahl teil. Bei den Folketingswahlen 1968 und 1971 stellte sie sich wieder zur Wahl, erreichte jedoch kein Mandat.
Ein von Jørgen Elklit, Universität Århus, 1980 ausgearbeitetes Gutachten (Responsum) macht deutlich, dass die Schleswigsche Partei kaum mehr Möglichkeiten hatte, ein Mandat im Folketing zu erreichen. Die Option auf eine Teilnahme an der Folketingswahl, ohne Unterschriften sammeln zu müssen, besteht jedoch weiter.
Als Ersatz für das verlorengegangene Folketingsmandat erhielt die deutsche Minderheit 1983 das "Sekretariat der deutschen Volksgruppe in Kopenhagen". Als Sekretariatsleiter wurde Siegfried Matlok mit der Aufgabe betraut, die politischen Interessen der deutschen Minderheit gegenüber dem Folketing zu vertreten. Seit 2007 leitet das Sekretariat Jan Diedrichsen.

Nach der Kommunalreform 1970, bei der in Dänemark größere Kommunen und Ämter (Kreise) gebildet wurden und die eine Dezentralisierung der öffentlichen Aufgaben zur Folge hatte, wurde die regional- und kommunalpolitische Arbeit der Schleswigschen Partei intensiviert. Auch programmatisch wurde der Regionalpolitik mehr Platz eingeräumt.
HarroMarquardsen(1)

Im Jahr 1970 erhielt die Volksgruppe im Amtsrat mit 7.501 Stimmen ein Mandat, das Landwirt Harro Marquardsen (Foto) innehatte. Von 1974 -1978 war die Schleswigsche Partei durch zwei Politiker im Amtsrat vertreten. Geschäftsführer Hermann Heil kam hinzu und hat bis 1989 die kultur- und regionalpolitischen Interessen der deutschen Minderheit im Amtsrat wahrgenommen. Danach folgten als Amtsratsmitglieder der Schleswigschen Partei Landwirt Hans Christian Jepsen und später Hausfrau Anneliese Bucka. Von 1993 bis 2001 hat Bankdirektor Harald Søndergaard die Interessen der Schleswigschen Partei im Amtsrat vertreten.

Der Stimmenanteil der Schleswigschen Partei bei der Amtsratswahl ist von 1970 mit 6,6% , 1985 mit 4,2% der Stimmen in Nordschleswig auf 3,3% oder 4.539 Stimmen 1997 zurückgegangen.
Aufgrund des negativen Trends wurde bereits 1986 von der Delegiertenversammlung des Bundes deutscher Nordschleswiger beschlossen, der regionalpolitischen Arbeit innerhalb der Organisation mehr Gewicht zu geben. Ein weitergehender Antrag auf eine Trennung der kulturellen und politischen Arbeit fand keine Mehrheit. Seit 1987 gibt es innerhalb des Bundes deutscher Nordschleswiger nun einen SP-Vorstand, ständige Ausschüsse und eine Hauptversammlung der SP. Diese Gremien sind zusammen mit den BDN-Bezirksvereinen die Träger der politischen Arbeit der deutschen Minderheit.

Gösta Toft 10 procent med Stimme auf

 

Schleswigsche Partei

- auch im Regionsrat

Sønnejysk Rap 2017

Pil rechts

  

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