Die Schleswigsche Partei nach 1945

Im Jahr 1943 entsteht der "Haderslebener Kreis", eine Gruppe von deutsch Gesinnten, die Abstand hielten zur NSDAP-N und sich zu Demokratie und Loyalität dem dänischen Staat gegenüber bekannten. Die Erklärung des Haderslebener Kreises bildete nach der deutschen Kapitulation im Mai 1945 und dem Zusammenbruch der politischen und kulturellen Arbeit der deutschen Minderheit in Nordschleswig den Grundstein für einen neuen Anfang. Behindert wurde die Wiederaufnahme der politischen Arbeit jedoch durch die Internierung von vielen deutschen Nordschleswigern im Faarhus-Lager und der nachfolgenden Verurteilung nach Gesetzen, die teilweise mit rückwirkender Kraft erlassen worden waren. An der ersten Folketingswahl nach Kriegsende, am 30. Oktober 1945, nahm die deutsche Minderheit nicht teil.

Bereits im November 1945 wurde als neue Hauptorganisation aber der "Bund deutscher Nordschleswiger" gegründet und eine Loyalitätserklärung dem dänischen Staat gegenüber abgegeben. Einen entscheidenden Bruch mit der bisherigen Politik bedeutete die Tatsache, dass die Grenzrevision als politisches Ziel aufgegeben wurde. Dies öffnete den Weg für eine neue Politik der Verständigung mit der dänischen Seite und führte langfristig zu einer Entspannung des nationalen Konflikts in Nordschleswig. Vorsitzender des Bundes deutscher Nordschleswiger wurde Dr. Niels Wernich aus Sonderburg.

An den Folketingswahlen 1947, 1950 und am 21. April 1953 nahm die deutsche Minderheit mit einem unabhängigen Kandidaten ("außerhalb der Parteien") teil, ohne jedoch ein Mandat zu erzielen. Erst bei der Folketingswahl am 22. September 1953 konnte Hans Schmidt, Oxbüll, auch diesmal als Unabhängiger, ein Mandat erreichen. Von 1957 bis 1964 blieb er dann, als Vertreter der Schleswigschen Partei, der Repräsentant der deutschen Minderheit im Folketing.

Eine wichtige Grundlage für die Befriedung im deutsch-dänischen Grenzland sind die sogenannten Bonn-Kopenhagener Minderheitenerklärungen aus dem Jahre 1955. In diesen Erklärungen werden die Stellung und die Rechte beider Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzland präzisiert, und es wird vor allem festgestellt, dass das Bekenntnis zum Volkstum und zur Kultur des Muttervolkes frei ist und von Amts wegen nicht bestritten oder nachgeprüft werden darf. Damit ist eine vorbildliche Minderheitenregelung im deutsch-dänischen Grenzland geschaffen worden, die vielfach auch als Modellfall für andere Minderheiten in Europa bezeichnet worden ist.